Lawinentheorie und Traum-Powder

Der Lawinenkurs mit Theorieteil am Freitag und Skitour am Samstag bot eine perfekte Kombination.

 

Am Freitag wurden die Teilnehmer zweieinhalb Stunden mit Theorie gefüttert. Sie lernten anhand des Faltblatts, des Lawineninstituts Davos SLF, das allen Teilnehmenden ausgehändigt wurde, folgende Themenbereiche: Lawinengefahrenskala, Lawinenarten, typische Lawinenprobleme, Interpretation des Lawinenbulletins, Beurteilung des Schneedeckenaufbaus, Gewichtung der Risikofaktoren, Entscheiden im Einzelhang sowie das richtige Verhalten beim Lawinenunfall.

Anhand dieser Grundlagen sowie des aktuellen Lawinenbulletins und der topografischen Karte 1:25’000 wurde für Samstag eine Tour geplant, die uns im Feld nochmals alle theoretisch gelernten Punkte in der Praxis auf Skitour aufzeigen sollte.
Ziel war es, den Teilnehmern zu vermitteln, in der Lage zu sein, eigenständig Skitouren zu planen und durchzuführen und das Restrisiko auf  weniger als ein Prozent zu minimieren.

Am Samstag fuhren wir zu früher Stunde nach Fell und mit der Bahn auf die Bannalp. Unsere geplante Tour sollte uns auf den Laucherenstock führen. Es gab eine gute Durchmischung, von jung bis älterem Semester, von Anfänger bis Fortgeschrittenen war alles dabei. Die kleine Gruppengrösse war ideal, um mit den Teilnehmenden Praxisübungen wie die Schneedeckenstabilitätschecks ECT oder eine nachgestellte Lawinenverschüttung durchzuführen. Ausserdem konnten alle sechs Schlüsselstellen, die am Vorabend in der Theorie auf der Karte festgelegt wurden, vor Ort im Einzelhang als günstig beurteilt werden und die Tour somit wie geplant durchgeführt werden.
Abgesehen von den grossen Lernfortschritten, die die Mitglieder gemacht haben, hatten wir traumhafte Powderbedingungen. Die 30cm im Sonnenschein glitzernde lockerste Pulverschicht stiebte bei jedem Schwung, was dem einen oder der anderen einen Jauchzer entlockte. Zur Vollendung des Glücks konnte dank genügend Schnee die Abfahrt bis in Tal nach Fell unter die Bretter genommen werden, was uns 2000 Höhenmeter Abfahrt bei Traumbedingungen bescherte.
Als Abschluss wurde der Kurs im Gasthaus Post Oberrickenbach nachbesprochen, und alle waren sich einig, wieder einiges im Umgang mit dem Thema «Abseits der Pisten» und «Freeridegelände» gelernt zu haben.